Rotorblettli - unser Newsletter

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Wir versuchen hier regelmässig kleine Updates zu schreiben. Wir schicken euch jeweils ein kurzes Mail oder WhatsApp, wenn hier News bereitstehen. Ihr könnt also auch später noch nachlesen, wenn ihr mal was verpasst habt. Wenn ihr aber unsere news-Nachrichten noch nicht erhaltet, oder nicht mehr erhalten möchtet, schreibt uns einfach. Wir wissen, dass heutzutage Posteingänge überflutet werden und haben volles Verständnis wenn ihr nicht noch einen zusätzlichen Newsletter haben wollt ;-)


News Oktober 2026

Liebe Freunde, Familie und Bekannte,
Unser Brasilien-Visum wurde abgelehnt! – und dann ging trotzdem alles ganz schnell. Wie und warum erzählen wir euch hier.

(R)aus der Schweiz
Die Zeit in der Schweiz genossen wir trotz des eher stressigen Programms sehr. Nebst dem, dass wir in einigen Kirchen von unserer Arbeit erzählen durften, war eine Einladung bei Salomos ehemaliger Modellfluggruppe in Interlaken ein kleines Highlight! Ehemalige Modellpiloten-Kollegen erschienen zahlreich in dem kleinen «Clubhüttli» und durften gespannt Salomos Ausführungen über seinen Werdegang – der über eben diese Modellfluggruppe führte – bis hin zur Buschfliegerei im Dschungel Südost-Asiens mitverfolgen. Viele konnten sich noch an den Teenager erinnern, der damals vom echten Helifliegen träumte.

Schwierigkeiten beim Visum
Ein wesentlicher Teil unserer Zeit in der Schweiz haben wir mit dem Zusammentragen unterschiedlichster Dokumente für unser Brasilien-Visum zugebracht. Doch nach all dieser Arbeit kam die Enttäuschung – Abgelehnt! Ohne Begründung.
Das brasilianische Board der Helimission, das uns bei dem Prozess unterstützte, liess sich aber nicht so schnell geschlagen geben und schaltete von ihrer Seite her eine Anwältin ein, um der Sache auf den Grund zu gehen – oder mindestens die Dokumente beim nächsten Versuch so «konform» einzureichen, dass der neue Antrag erfolgreich wird.
Der Vorschlag der Anwältin: Als Touristen einreisen und direkt vor Ort beantragen, das sei effektiver.
Und dafür haben wir uns jetzt entschieden! So sind wir ausgereist und hoffen in den nächsten 2½ Monaten auf einen positiven Bericht. Mindestens dürfen wir in dieser Zeit schon mal unser neues Zuhause, die Basis, und das brasilianische Team kennenlernen.

Das andere Ende der Welt
Die Fahrt von Porto Velho nach Lábrea, der letzte Abschnitt unserer langen Reise, führt uns über eine einsame, holprige Sandstrasse mitten durch den Amazonas. Gespannt und mit gemischten Gefühlen schauen wir aus den Fenstern unseres 4x4 Geländewagens. Ab und an tauchen kleine Häuschen oder Wiesen mit Rinderherden auf.
Wie würde sich unser neues Zuhause am anderen «Ende der Welt» anfühlen? In Lábrea endet nämlich die legendäre Transamazônica Strasse. Die wenigen weitern Strassen, die aus dem kleinen Städtchen herausführen, verlaufen sich schnell im Nichts.

Buschstrasse

Vor uns taucht die Flussfähre auf, die uns über einen der etlichen Flüsse bringt, die wir zu überqueren haben. Dieser hier wird in der Regenzeit so breit, dass eine Holzbrücke nicht mehr reicht. Nun ist unser neues Zuhause nicht mehr weit entfernt!

Fähre

Bei unserer Ankunft in dem kleinen Städtchen am Ufer des majestätischen Flusses Rio Purus treffen wir auf eine kulturell vielfältige Bevölkerung – grösstenteils indigenen Ursprungs.  Die Armut ist gross, viele Menschen leben in einfachen Bretterhütten. Diese sind oft auf Stelzen gebaut, zum Schutz vor dem stark schwankenden Flusspegel und ungebetenen Gästen wie Schlangen und giftigen Spinnen.
Von einem lokalen Lehrer erfahren wir zudem, dass Alkohol- und Drogenmissbrauch ein grosses Problem in der Region ist. Seine Schüler kommen oft hungrig zum Unterricht, weil das knappe Geld der Eltern statt für Nahrungsmittel, für Suchtmittel ausgegeben wird.

Die Häuser der Armen

Wir werden zu einem etwas moderneren kleinen Häuschen nicht weit vom Stadtzentrum gefahren – dieses wird für die nächste Zeit unsere Bleibe sein.
Auch wenn unser Zuhause für viele Menschen hier luxuriös wirken mag, gibt es einiges zu tun: Gleich zu Beginn müssen wir einige Reparaturen vornehmen. So schliesst beispielsweise unsere Eingangstüre nicht bündig mit dem Türrahmen – an einem Ort mit giftigen Tieren und Malaria- sowie Dengue-übertragenden Mücken natürlich alles andere als optimal. Zum Glück nimmt Salomo das Problem gleich direkt selbst in die Hand und dichtet die Türe eigenhändig ab!

Ein warmes Willkommen
Wenige Tage später sind wir zum Willkommens-Grillabend auf der zukünftigen Basis eingeladen: Ein «Churrasco» wie man hier sagt.
Dabei gibt es selbstverständlich Fleisch. Viel Fleisch. Die Brasilianer essen total gerne Fleisch – und wissen auch wie man es richtig zubereitet. Im Städtchen kann man Grillschalen kaufen, auf denen gleich eine ganze Kuh Platz hätte!

Feuerschale
Churrasco

Und mit der Freude unserer Ankunft kommt nach wenigen Tagen auch schon der erste Abschied – der Schweizer Architekt und seine Frau, die bei den Initial-Arbeiten auf der Basis dabei waren, kehren zurück in die Schweiz.

kleines Flugzeug

Ab jetzt zählen unsere Portugiesisch-Kenntnisse, die wir uns in den letzten Monaten angeeignet haben. Boa sorte!


News Juli 2026

Liebe Freunde, Familie und Bekannte,
Heimaturlaub heisst das, was wir gerade machen – Heimat-voll-programm sollte es besser genannt werden. Wie auch schon beim letzten Heimataufenthalt versuchen wir Termine der letzten zwei Jahre in die kurze Zeit zu packen, die wir hier in der Schweiz verbringen.

Abschied
Mitte Mai nahmen wir endgültig Abschied von Südost-Asien. Es ist uns nicht leicht gefallen lieb gewonnene Menschen und vertraute Orte  hinter uns zu lassen. Haben wir doch viel Schönes aber auch Herausforderndes in 4 Jahren Südost-Asien erlebt. Wir haben tolle Menschen und eine neue Kultur kennen gelernt, welche unser Leben bereichert. Freundschaften haben sich entwickelt und vertieft und wir sind an diversen Herausforderungen, welche ein Leben im Ausland mit sich bringt, gewachsen. Auch unsere Kinder mussten ihr Zuhause und gute Freunde hinter sich lassen.
Mit einem emotionalen, aber ehrenvollen Abschied hat uns unser Team ziehen lassen: Dieser Teil der Welt wird immer ein Teil unseres Lebenswegs sein und wir sind dankbar für alle Erfahrungen, die wir dort machen durften. 

Abschied vom Team

Hals und Beinbruch
Wie wenn die Arzt- Zahnarzt- Passbüro- Fluglizenzen- und viele andere Termine den Kalender nicht schon genug füllen würden, hat sich Lorena unglücklicherweise das Bein beim Rutschbahn-fahren gebrochen. Noch zu jung für Gehstöcke, aber schon fast zu gross und schwer, um sie herumzutragen, haben uns die 5 Wochen Gips inklusive all den Kontrollterminen einiges an Energie gekostet. Seit letztem Freitag ist sie wieder ohne Gips unterwegs, muss jetzt aber erst wieder neu lernen das Bein zu belasten.

Bein im Gips

Ein Unglück kommt selten allein
Und noch bevor Lorena’s Gips weg war, kam der nächste Schlag. Salomo hat sich eine Prostataentzündung eingefangen und wurde daraufhin gleich zweimal bei der Notaufnahme vorstellig. Seither ist er mit Katheter unterwegs – so geht wenigstens der Gang zur Toilette.
Das Ganze hat unseren Zeitplan nun endgültig über den Kopf geworfen und wir werden daher den Heimataufenthalt etwas verlängern, um doch noch zur Ruhe zu kommen, bevor wir unsere nächste Aufgabe annehmen können.
Wir sind uns bewusst, dass die finsteren Mächte keine Freude an unserer Mission haben – jemand hat kürzlich treffend dazu gesagt, vielleicht mögen wir die Umstände nicht, aber wir können dafür umso sicherer sein, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden.
Und das wollen wir auch glauben und weiter in die Richtung gehen – Gottes Reich auch im Amazonas mithelfen zu bauen!

nach dem letzten Flug

Home sweet home
Nebst diesen unerfreulichen Erlebnissen dürfen wir uns aber auch über all die schönen Sachen freuen, die der Schweizer Sommer mit sich bringt! Ausflüge ins Grüne, Baden im See, Abendspaziergänge und sternklare Nächte. 
Und – Schweizer Schoggi, einfach so gut!


News März 2026

Liebe Freunde, Familie und Bekannte,
einmal mehr sind wir am Flüge buchen, Packen und uns Verabschieden – das gehört wohl zum Missionarsleben einfach dazu. Mit vielen guten Erinnerung und lehrreichen Erfahrungen schauen wir auf die letzten 4 Jahre Südost Asien zurück, sind aber auch gespannt, was uns in Brasilien erwarten wird.

Donner-Wetter
«Northgap masih terbuka!» Die von Störgeräuschen verzerrte Stimme unseres Funkers, Pak Lendi war in den Interferenzen des HF-Funkgerätes nur knapp hörbar. Dennoch ist die Information essenziell wichtig für Salomo: Der Flugweg zurück in die Stadt führt ihn durch eine hohe Bergkette – und diese ist bereits in sich auftürmende, massive Wolkenberge gehüllt. Mit jeder Minute nimmt die Bewölkung zu, bald wird kein Durchkommen mehr möglich sein! Umso wichtiger ist die aktuelle Wetterinformation, die er gerade erhalten hat: Der «Northgap» Pass ist noch offen.

Wolkiger Flugtag

Schnell nimmt Salomo Kurs auf besagten Pass und findet gerade noch ein Wolkenloch, um hindurchzu «schlüpfen».
Im dahinterliegenden Hochtal ist das Wetter deutlich besser und nur wenige Minuten später setzt er den Heli zum Landeanflug auf das Spital an.
Das unberechenbare Wetter ist eine der grössten Herausforderungen beim Fliegen in den hohen Bergen hier. Immer wieder sind wir Piloten dankbar für unsere Flight-Follower, die bereits eine halbe Stunde vor dem geplanten Flug beginnen, per Funk aktuelle Wetterinformationen von verschiedenen Dörfern entlang der Flugroute zu erhalten. Und immer wieder sind wir auf Gottes Schutz und Führung angewiesen – nur dank seiner Gnade verzeichnet die Helimission kaum Unfälle.

Teamausflug an den Fossile-River
Das Land hier ist reich an geologischen Schätzen, darunter auch an Meeresfossilien, die man bis hoch oben im Gebirge finden kann. Beim kürzlichen Teamausflug besuchten wir einen Fluss, der bekannt für Ammoniten-Fossilien ist. Und wirklich – dort muss man nicht danach suchen, man kann sie einfach einsammeln!
Und selbstverständlich waren auch lokale Einheimische sofort vor Ort um die «Bule» (so werden wir Weissen hier genannt) zu beobachten, wie sie entzückt von einem schwarzen Stein zum nächsten hüpften und diese einander begeistert zeigten. Vom Eifer angesteckt halfen uns die einheimischen Kinder die schönsten und am besten erhaltenen Stücke zu finden. Wir konnten uns kaum wehren, so viele Fossilien drückten sie uns in die Hände.

Flussbett Ammonit Fossile

Sieg der Vergebung
Kürzlich durfte Franziska zwei Medevac-Flüge begleiten. Einer der Einsätze führte sie in ein Dorf, in dem vor vielen Jahren die Frau und die Kinder eines lokalen Pastors ermordet wurden. Er selbst war zu diesem Zeitpunkt in einem Nachbardorf unterwegs. Trotz dieses Verlusts traf er die Entscheidung zu bleiben.
Die Dorfbewohner waren so tief bewegt von seiner Beständigkeit und der Vergebung, dass sie begannen, sich für die Botschaft des Evangeliums zu öffnen. Heute gibt es dort eine Bibelschule, die von den Einheimischen gebaut und geleitet wird, und wo einst die Dorfbewohner ihre Kultobjekte verbrannten, befindet sich jetzt der Helikopterlandeplatz.

Das Dorf aus der Luft
Landeplatz Franziska mit Dorfkindern

Neue Sprache, neues Glück
Nelson Mandela sagte einmal:
„Wenn du mit einem Menschen in einer Sprache sprichst, die er versteht, geht das in seinen Kopf. Wenn du mit ihm in seiner eigenen Sprache sprichst, geht das in sein Herz.“
In den vergangenen Jahren durften wir oft erleben, dass etwas Wahres in diesen Worten liegt. Die Sprache war für uns der Schlüssel, um direkt mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und unseren Alltag hier zu meistern.
Da uns unsere Reise schon bald nach Brasilien führt, drücken wir einmal mehr die Schulbank.

Unterricht

Im Einzelunterricht fordern uns die Lehrkräfte auf motivierende Weise heraus, die portugiesische Sprache intensiv und mit Freude zu lernen.
Wir wissen aus Erfahrung, dass die Landessprache auch in Brasilien ein Türöffner für neue Beziehungen sein wird. So freuen wir uns über jeden Fortschritt und sind motiviert uns eingehend mit dieser Sprache auseinanderzusetzen.

Home, sweet home
So neigt sich unser zweiter Term hier in Südost Asien dem Ende zu und wir haben die Rückflüge – bis nach Zürich sind es insgesamt 4 Flüge – auf mitte Mai gebucht.
Wir freuen uns euch alle schon bald wieder persönlich zu sehen!

Unsere Familie

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