Liebe Freunde, Familie und Bekannte,
Unser Brasilien-Visum wurde abgelehnt! – und dann ging trotzdem alles ganz schnell. Wie und warum erzählen wir euch hier.
(R)aus der Schweiz
Die Zeit in der Schweiz genossen wir trotz des eher stressigen Programms sehr. Nebst dem, dass wir in einigen Kirchen von unserer Arbeit erzählen durften, war eine Einladung bei Salomos ehemaliger Modellfluggruppe in Interlaken ein kleines Highlight! Ehemalige Modellpiloten-Kollegen erschienen zahlreich in dem kleinen «Clubhüttli» und durften gespannt Salomos Ausführungen über seinen Werdegang – der über eben diese Modellfluggruppe führte – bis hin zur Buschfliegerei im Dschungel Südost-Asiens mitverfolgen. Viele konnten sich noch an den Teenager erinnern, der damals vom echten Helifliegen träumte.
Schwierigkeiten beim Visum
Ein wesentlicher Teil unserer Zeit in der Schweiz haben wir mit dem Zusammentragen unterschiedlichster Dokumente für unser Brasilien-Visum zugebracht. Doch nach all dieser Arbeit kam die Enttäuschung – Abgelehnt! Ohne Begründung.
Das brasilianische Board der Helimission, das uns bei dem Prozess unterstützte, liess sich aber nicht so schnell geschlagen geben und schaltete von ihrer Seite her eine Anwältin ein, um der Sache auf den Grund zu gehen – oder mindestens die Dokumente beim nächsten Versuch so «konform» einzureichen, dass der neue Antrag erfolgreich wird.
Der Vorschlag der Anwältin: Als Touristen einreisen und direkt vor Ort beantragen, das sei effektiver.
Und dafür haben wir uns jetzt entschieden! So sind wir ausgereist und hoffen in den nächsten 2½ Monaten auf einen positiven Bericht. Mindestens dürfen wir in dieser Zeit schon mal unser neues Zuhause, die Basis, und das brasilianische Team kennenlernen.
Das andere Ende der Welt
Die Fahrt von Porto Velho nach Lábrea, der letzte Abschnitt unserer langen Reise, führt uns über eine einsame, holprige Sandstrasse mitten durch den Amazonas. Gespannt und mit gemischten Gefühlen schauen wir aus den Fenstern unseres 4x4 Geländewagens. Ab und an tauchen kleine Häuschen oder Wiesen mit Rinderherden auf.
Wie würde sich unser neues Zuhause am anderen «Ende der Welt» anfühlen? In Lábrea endet nämlich die legendäre Transamazônica Strasse. Die wenigen weitern Strassen, die aus dem kleinen Städtchen herausführen, verlaufen sich schnell im Nichts.
Vor uns taucht die Flussfähre auf, die uns über einen der etlichen Flüsse bringt, die wir zu überqueren haben. Dieser hier wird in der Regenzeit so breit, dass eine Holzbrücke nicht mehr reicht. Nun ist unser neues Zuhause nicht mehr weit entfernt!
Bei unserer Ankunft in dem kleinen Städtchen am Ufer des majestätischen Flusses Rio Purus treffen wir auf eine kulturell vielfältige Bevölkerung – grösstenteils indigenen Ursprungs. Die Armut ist gross, viele Menschen leben in einfachen Bretterhütten. Diese sind oft auf Stelzen gebaut, zum Schutz vor dem stark schwankenden Flusspegel und ungebetenen Gästen wie Schlangen und giftigen Spinnen.
Von einem lokalen Lehrer erfahren wir zudem, dass Alkohol- und Drogenmissbrauch ein grosses Problem in der Region ist. Seine Schüler kommen oft hungrig zum Unterricht, weil das knappe Geld der Eltern statt für Nahrungsmittel, für Suchtmittel ausgegeben wird.















